Allenstein
Briefmarken aus dem Abstimmungsgebiet Allenstein
Wenn Sie sich für die faszinierende Epoche nach dem Ersten Weltkrieg interessieren, sind Briefmarken aus dem Abstimmungsgebiet Allenstein ein absolut unverzichtbares Sammelgebiet. Diese geschichtsträchtigen Postwertzeichen entführen Sie in eine kurze, aber hochemotionale Übergangszeit des Jahres 1920, als das Schicksal der südlichen Kreise Ostpreußens durch ein historisches Plebiszit entschieden wurde. In unserem anspruchsvollen Sortiment präsentieren wir Ihnen eine erlesene Auswahl dieser philatelistischen Kostbarkeiten, die sowohl geschichtlich als auch postalisch von herausragendem Wert sind. Entdecken Sie die Faszination einer Epoche, in der Postdokumente zu echten Zeugen des politischen Wandels wurden, und bereichern Sie Ihre Sammlung mit diesen einzigartigen Dokumenten der deutschen Postgeschichte.
Die Faszination des Sammelns liegt oft im Detail und in den Geschichten, die jedes einzelne Stück zu erzählen vermag. Allenstein, heute als die polnische Stadt Olsztyn bekannt, war das Zentrum eines solchen historischen Brennpunkts, dessen postalische Hinterlassenschaften bis heute die Herzen von Philatelisten weltweit höherschlagen lassen. Es ist die Kombination aus extrem kurzen Verwendungszeiten, provisorischen Aufdrucken und der dramatischen politischen Kulisse des Versailler Vertrages, die diese Marken so begehrenswert macht. Wer sich mit diesen Ausgaben beschäftigt, betreibt nicht nur klassische Philatelie, sondern hält ein echtes Stück europäische Zeitgeschichte in den Händen.
Wir laden Sie ein auf eine detaillierte Reise durch ein Spezialgebiet, das mit seinen unterschiedlichen Aufdrucktypen, Farbnuancen und sensationellen Plattenfehlern sowohl für Einsteiger als auch für hochspezialisierte Philatelisten unerschöpfliche Entdeckungsmöglichkeiten bietet. Mit unserem fundierten Fachwissen stehen wir Ihnen zur Seite, um Ihre Leidenschaft für dieses kleine, aber feine Kerngebiet der deutschen Abstimmungsgebiete zu entfachen und zu vertiefen.
Was zeichnet die Kategorie Briefmarken aus dem Abstimmungsgebiet Allenstein aus?
Die Briefmarken des Abstimmungsgebiets Allenstein zeichnen sich vor allem durch ihre extrem kurze Gültigkeitsdauer aus. Sie wurden im Jahr 1920 für einen Zeitraum von nur wenigen Monaten herausgegeben und durften auch nur in dieser eng umgrenzten Region im südlichen Ostpreußen postalisch verwendet werden. Diese zeitliche und geografische Limitierung führt dazu, dass insbesondere echt gelaufene Briefe, Postkarten und sauber gestempelte Einzelmarken heute zu den gesuchten Raritäten der deutschen Philatelie gehören. Jede Marke steht symbolisch für die Souveränität einer interalliierten Kommission, die während der Vorbereitung der Volksabstimmung die Verwaltung des Gebiets übernahm.
Ein weiteres zentrales Merkmal dieser Kategorie ist der provisorische Charakter der Ausgaben. Anstatt eigene, völlig neue Bildmotive zu entwerfen und zu drucken, griff man auf die bewährten Bestände der Reichspost zurück. Die allseits bekannten Germania-Freimarken sowie die repräsentativen Großformate des Deutschen Reiches wurden mithilfe unterschiedlicher Aufdrucke für das Abstimmungsgebiet kenntlich gemacht. Diese Aufdrucke wurden in lokalen Druckereien und der Berliner Reichsdruckerei angefertigt, was zu einer faszinierenden Vielfalt an Aufdrucktypen, Plattenfehlern, Aufdruckfarben und markanten Abarten geführt hat.
Für spezialisierte Sammler stellt diese Kategorie ein wahres Eldorado dar. Die Unterscheidung der verschiedenen Aufdruckplatten, die Identifikation von seltenen Farbvarianten der Urmarken und das Aufspüren von kopfstehenden Aufdrucken oder anderen Druckzufällen bieten eine wissenschaftliche Tiefe, die in kaum einem anderen Teilgebiet der Deutschland-Philatelie in dieser Intensität zu finden ist. Zugleich ist das Gebiet mit insgesamt nur wenigen Dutzend Hauptnummern im Michel-Katalog überschaubar genug, um mit Geduld und Sachverstand eine weitgehende Vollständigkeit anzustreben.
Geschichte und Hintergrund einer dramatischen Epoche
Um die Bedeutung der Briefmarken aus Allenstein vollständig zu verstehen, muss man sich in das Jahr 1920 zurückversetzen. Nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages, der den Ersten Weltkrieg formal beendete, sollte die Bevölkerung in verschiedenen Grenzregionen des Deutschen Reiches selbst über ihre zukünftige staatliche Zugehörigkeit entscheiden. Zu diesen Regionen gehörte auch der Regierungsbezirk Allenstein im südlichen Ostpreußen. Um eine freie und unbeeinflusste Wahl zu garantieren, wurde das Gebiet vorübergehend der Verwaltung einer interalliierten Kommission unterstellt, die sich aus Vertretern Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und Japans zusammensetzte.
Die Kommission trat am 17. Februar 1920 unter dem Vorsitz des britischen Diplomaten Sir Reginald Tower offiziell ihre Amtsgeschäfte an. Eine der ersten Aufgaben der neuen Verwaltung war die Sicherstellung des Postbetriebs unter eigener Souveränität. Da das Gebiet jedoch über keine eigenen Druckkapazitäten für die schnelle Herstellung völlig neuer Briefmarken verfügte, entschloss man sich, die vorhandenen Bestände an deutschen Postwertzeichen mit entsprechenden Überdrucken zu versehen. Dies war die Geburtsstunde der Allenstein-Abstimmungsmarken.
Die eigentliche Volksabstimmung fand am 11. Juli 1920 statt. Die Bevölkerung des Abstimmungsgebiets stimmte mit einer überwältigenden Mehrheit von über siebenundneunzig Prozent für den Verbleib beim Deutschen Reich und gegen den Anschluss an die neu gegründete Zweite Polnische Republik. Nach diesem eindeutigen Votum wurde das Gebiet wieder vollständig in das deutsche Staatsgebiet und die Reichspostverwaltung integriert. Infolgedessen verloren die speziellen Abstimmungsmarken am 20. August 1920 ihre postalische Gültigkeit. Dieser extrem kurze Lebenszyklus von nur rund sechs Monaten erklärt, warum echte Belege aus dieser Zeit heute so kostbar und historisch bedeutend sind.
Die verschiedenen Ausgaben und ihre philatelistischen Besonderheiten
Bei den Briefmarken von Allenstein unterscheidet die Fachwelt im Wesentlichen zwei große Hauptausgaben, die sich durch die Art und den Text des Aufdrucks grundlegend unterscheiden. Beide Serien basieren auf den damaligen Dauermarken des Deutschen Reiches und zeigen, wie mit einfachsten Mitteln politische Hoheitsrechte auf postalischen Dokumenten visualisiert wurden.
Die erste Ausgabe mit dem dreizeiligen Aufdruck
Die erste am 3. April 1920 erschienene Serie zeigt einen dreizeiligen Buchdruckaufdruck auf den klassischen Germania-Marken des Deutschen Reiches sowie auf den repräsentativen Mark-Werten mit dem Bildnis von Kaiser Wilhelm II. Der Aufdruck lautet in klaren, serifenlosen Großbuchstaben: PLÉBISCITE / OLSZTYN / ALLENSTEIN. Olsztyn ist dabei die polnische Bezeichnung für Allenstein, was die neutrale und zweisprachige Ausrichtung der interalliierten Kommission unterstreichen sollte.
Diese erste Ausgabe existiert in verschiedenen Aufdrucktypen, die sich durch minimale Abweichungen im Schriftbild, den Abständen der Zeilen und der genutzten Druckfarbe voneinander unterscheiden. Sammler suchen hier besonders nach Fehlern im Aufdruck, wie etwa fehlenden Akzenten auf dem E von Plébiscite oder markanten Beschädigungen einzelner Buchstaben. Da die Aufdrucke teilweise unter hohem Zeitdruck direkt vor Ort in Allenstein hergestellt wurden, weisen die Bögen eine Vielzahl von Unregelmäßigkeiten auf, die das Herz jedes Spezialisten höherschlagen lassen.
Die zweite Ausgabe im ovalen Design
Bereits im Mai 1920 folgte die zweite markante Serie des Abstimmungsgebiets. Diese zeichnet sich durch einen weitaus kunstvolleren, hochkant-ovalen Aufdruck aus. Im Zentrum dieses Aufdrucks prangt das Wappen der interalliierten Kommission, umgeben von der lateinischen Umschrift: TRAITÉ DE VERSAILLES / ART. 94/98. Dieser Text verweist direkt auf die rechtliche Grundlage der Abstimmung im Versailler Friedensvertrag, genauer gesagt auf die Artikel 94 bis 98, welche die Modalitäten des Plebiszits in Ostpreußen regelten.
Auch diese Serie wurde auf den Werten der Germania-Serie sowie auf den großen Mark-Werten der Reichspost aufgebracht. Bei dieser Ausgabe kam es zu hochinteressanten Fehlern beim Druckprozess. Besonders berühmt und gesucht sind die sogenannten kopfstehenden Aufdrücke, bei denen der Bogen versehentlich verkehrt herum in die Druckerpresse eingelegt wurde. Solche Raritäten sind heute die Prunkstücke jeder anspruchsvollen Sammlung und erzielen auf Auktionen regelmäßig beachtliche Ergebnisse.
Die Seltenheit echter Bedarfsbriefe
Während postfrische Marken aus Allenstein durch damalige Spekulationen und Hortungen in nennenswerten Stückzahlen erhalten geblieben sind, verhält es sich mit echt gelaufenen Briefen und Postkarten völlig anders. Der Postbedarf der einheimischen Bevölkerung in jener von wirtschaftlicher Not geprägten Nachkriegszeit war vergleichsweise gering. Die meisten Briefe wurden zudem nach Erreichen ihres Empfängers vernichtet.
Ein echter Bedarfsbrief, der mit Marken aus Allenstein frankiert ist und einen zeitgerechten, lesbaren Stempel aus der Abstimmungszeit zwischen April und August 1920 trägt, ist ein philatelistisches Juwel. Besonders begehrt sind hierbei Mischfrankaturen mit regulären deutschen Marken oder Belege, die ins Ausland gerichtet waren und somit den internationalen Postverkehr des Abstimmungsgebiets dokumentieren. Hier zeigt sich der wahre Wert historischer Postbelege als unbestechliche Zeitzeugen ihrer Epoche.
Interessante Besonderheiten und historische Randnotizen
Wie fast jedes historisch spannende Sammelgebiet hält auch das Abstimmungsgebiet Allenstein einige verblüffende Anekdoten und philatelistische Besonderheiten bereit, die den Reiz dieses Gebiets maßgeblich ausmachen. Diese kleinen Geschichten hinter den Marken sind es, die das Sammeln zu einem lebendigen Abenteuer machen.
Ein faszinierender Aspekt ist die Präsenz der alliierten Truppen vor Ort. Um die Ordnung während der Abstimmungsphase aufrechterhalten zu können, wurden britische und italienische Soldaten in der Region stationiert. Die Offiziere und Soldaten dieser Truppen nutzten natürlich ebenfalls die Postdienste vor Ort, was zu hochinteressanten Feldpostbelegen und Briefen mit ungewöhnlichen Stempelkombinationen führte. Die Präsenz dieser ausländischen Truppen im beschaulichen Ostpreußen spiegelt sich somit direkt in der Postgeschichte wider.
Zudem gab es damals intensive Versuche von Spekulanten, sich mit großen Mengen der Abstimmungsmarken einzudecken, da man bereits damals einen rasanten Wertzuwachs vermutete. Dies führte dazu, dass kurz vor dem Ende der Gültigkeit am 20. August 1920 regelrechte Hamsterkäufe an den Postschaltern stattfanden. Viele dieser gehorteten Marken wurden jedoch niemals postalisch verwendet und blieben postfrisch in den Kellern und Alben der damaligen Händler liegen. Deshalb gilt in diesem Gebiet die goldene Regel: Ein echter, zeitgerechter Stempel auf einem Briefstück oder Brief ist oft um ein Vielfaches seltener und wertvoller als eine postfrisch erhaltene Marke.
Ein weiteres wichtiges Thema für jeden Sammler ist die Fälschungsbekämpfung. Da die Aufdrucke im Buchdruckverfahren relativ einfach zu imitieren waren, tauchten bereits kurz nach dem Ende des Abstimmungsgebiets gefälschte Aufdrücke auf, um arglosen Sammlern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Auch falsche Stempel auf eigentlich echten, postfrischen Marken sind eine bekannte Gefahr. Für den seriösen Sammler ist es daher unerlässlich, beim Erwerb hochwertiger Stücke auf anerkannte Prüfungen renommierter Verbandsprüfer des Bundes Philatelistischer Prüfer zu achten. Solche signierten oder mit Fotoattesten versehenen Stücke garantieren Ihnen die Echtheit Ihrer historischen Raritäten.
Tipps für den Aufbau einer erfolgreichen Allenstein-Sammlung
Wenn Sie sich dazu entschlossen haben, eine Sammlung dieses faszinierenden Abstimmungsgebiets aufzubauen oder eine bestehende Sammlung zu erweitern, sollten Sie einige grundlegende philatelistische Ratschläge beherzigen. Ein systematischer Ansatz schützt Sie vor Enttäuschungen und erhöht die Freude an Ihrer Sammlung über viele Jahre hinweg.
Beginnen Sie am besten mit den klassischen Hauptnummern der ersten und zweiten Ausgabe. Diese sind in der Regel gut verfügbar und ermöglichen es Ihnen, schnell eine solide Basis aufzubauen. Achten Sie bereits bei diesen scheinbar häufigen Werten penibel auf die Qualität. Sowohl postfrische Marken als auch gestempelte Stücke sollten einwandfrei gezähnt, sauber gestempelt und ohne Kniffe oder Falzspuren sein. Eine hohe Grundqualität der Basisstücke ist das Fundament jeder wertvollen Sammlung.
Sobald die Hauptnummern komplettiert sind, können Sie sich den spannenden Spezialisierungen zuwenden. Suchen Sie gezielt nach den verschiedenen Aufdrucktypen. Die Unterschiede zwischen den Typen I und II der ersten Ausgabe sind mit einer guten Lupe oder einem Scanner leicht zu erkennen und bieten eine wunderbare Möglichkeit, das eigene Auge für philatelistische Details zu schulen. Auch das Sammeln von Plattenfehlern, die im Laufe der verschiedenen Druckauflagen entstanden sind, bietet ein schier unerschöpfliches Betätigungsfeld.
Besonderes Augenmerk sollten Sie stets auf die Stempelqualität legen. Ein Stempel aus Allenstein, Hohenstein, Ortelsburg, Neidenburg oder Osterode hat nur dann vollen philatelistischen Wert, wenn das Datum und der Ortsname klar und zweifelsfrei lesbar sind. Stempel, die außerhalb des Gültigkeitszeitraums liegen, oder Gefälligkeitsentwertungen, die erst Jahre später angefertigt wurden, sollten in Ihrer Sammlung eine untergeordnete Rolle spielen. Konzentrieren Sie sich auf zeitgerechte Originalstempel, am besten geprüft von den Experten des Bundes Philatelistischer Prüfer.
Die Beschäftigung mit den philatelistischen Schätzen aus dem Abstimmungsgebiet Allenstein ist eine faszinierende Reise in eine dramatische Epoche deutscher und europäischer Zeitgeschichte. Diese Marken sind weit mehr als bloße Postwertzeichen; sie sind die stummen Zeugen des Willens einer ganzen Bevölkerung, ihrer Heimat und ihrer Identität. Mit ihrer Vielfalt an Aufdrucken, den spannenden zeitgeschichtlichen Hintergründen und den hohen Anforderungen an die philatelistische Expertise bieten sie alles, was das Sammeln zu einer lebenslangen Leidenschaft macht. Wir laden Sie herzlich dazu ein, in unserem sorgfältig kuratierten Angebot zu stöbern und Ihre ganz persönliche Entdeckungsreise in dieses außergewöhnliche Sammelgebiet zu beginnen.
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