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Deutsches Besatzungsausgaben 1939 - 1945

Faszinierende Postgeschichte erleben mit Briefmarken der deutschen Besetzungsausgaben 1939-1945

Die Jahre zwischen 1939 und 1945 gehören zu den dunkelsten, aber aus philatelistischer Sicht auch zu den komplexesten und spannendsten Epochen der europäischen Geschichte. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und der rasanten Ausdehnung des deutschen Machtbereichs veränderten sich die Postsysteme in fast allen Teilen des europäischen Kontinents in dramatischem Tempo. Für leidenschaftliche Sammler bieten die Briefmarken der deutschen Besetzungsausgaben dieses Zeitraums ein schier unerschöpfliches Feld an historischen Dokumenten, postalischen Provisorien und seltenen Varianten. Jedes einzelne Exponat erzählt eine eigene, oft tragische Geschichte von Besatzung, Verwaltung und dem verzweifelten Versuch, den zivilen Alltag unter extremen Bedingungen aufrechtzuerhalten.

Wer sich diesem Sammelgebiet widmet, stößt schnell auf eine faszinierende Vielfalt, die weit über das klassische Sammeln von postfrischen oder gestempelten Standardmarken hinausreicht. Wir laden Sie ein auf eine philatelistische Entdeckungsreise durch ein Kapitel der Postgeschichte, das von extremen Gegensätzen geprägt ist. Von einfachen Aufdruckprovisorien auf den Briefmarken der besetzten Staaten bis hin zu aufwendig gestalteten eigenen Freimarkenserien spiegelt dieses Sammelgebiet das gesamte Spektrum des damaligen Zeitgeschehens wider. Durchstöbern Sie unser tiefgreifendes Sortiment und entdecken Sie Stücke, die Ihrer Sammlung eine ganz besondere historische Tiefe verleihen.

Die Beschäftigung mit den Besetzungsausgaben erfordert Fingerspitzengefühl, historisches Interesse und detektivischen Spürsinn. Viele der damals improvisierten Ausgaben wurden nur in winzigen Auflagen gedruckt oder lokal begrenzt verwendet, was sie heute zu gesuchten Raritäten macht. Gleichzeitig macht die Fülle an Aufdrucken und lokalen Besonderheiten das Gebiet zu einer wunderbaren Spielwiese für Spezialisten, die sich mit Plattenfehlern, Aufdrucktypen und Stempelvarianten auseinandersetzen möchten. Tauchen Sie ein in eine Welt, in der Postbelege zu echten Zeitzeugen des weltweiten Konflikts werden.

Was zeichnet die Kategorie Briefmarken Deutschland | Dt. Besetzungsausgaben 1939-1945 aus?

Das prägende Merkmal dieses Sammelgebiets ist seine enorme geografische und administrative Bandbreite. Die deutschen Besetzungsausgaben lassen sich nicht als einheitliches Postgebiet betrachten, sondern zerfallen in eine Vielzahl von Teilgebieten, die jeweils eigene postalische Strukturen entwickelten. So gab es Gebiete mit eigener Zivilverwaltung, unter Militärverwaltung stehende Zonen sowie Regionen, die formell als Protektorate oder eigenständige Staaten unter deutscher Aufsicht geführt wurden. Diese unterschiedlichen politischen Statusformen spiegeln sich direkt in der Gestaltung und Emission der Postwertzeichen wider.

Ein weiteres herausragendes Merkmal ist die Allgegenwärtigkeit von Aufdrucken. In vielen besetzten Gebieten war es nach dem Einmarsch der Truppen die erste Priorität, die vorhandenen Bestände an einheimischen Briefmarken unbrauchbar zu machen beziehungsweise für die neuen Machthaber zu reklamieren. Dies geschah meist durch handschriftliche oder im Buchdruck hergestellte Überdrucke, die den Landesnamen schwärzten, neue Nominalen aufdruckten oder den Wechsel der Verwaltung dokumentierten. Für den Sammler bedeutet dies eine riesige Vielfalt an Aufdruckfehlern, kopfstehenden Aufdrucken und unterschiedlichen Aufdruckfarben, die eine akribische Katalogisierung und Erforschung ermöglichen.

Darüber hinaus zeichnet sich dieses Gebiet durch seine hohe Dokumentendichte aus. Neben den reinen Briefmarken spielen Ganzsachen, Feldpostbriefe und vor allem Bedarfsbriefe mit Misch- oder Mehrfachfrankaturen eine herausragende Rolle. Ein echter Beleg aus dieser Zeit, der den tatsächlichen Postlauf durch zerstörte Infrastrukturen und Zensurstellen dokumentiert, ist oft von unschätzbarem historischem Wert. Das Sammeln dieser Belege ermöglicht es, die realen Lebensumstände und die Einschränkungen des damaligen Postverkehrs hautnah nachzuvollziehen.

Geschichte und Hintergrund

Der historische Rahmen dieses Sammelgebiets beginnt mit der Zerschlagung der Tschechoslowakei und dem Überfall auf Polen im September 1939. Mit der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren sowie des Generalgouvernements wurden die ersten großen Besatzungspostgebiete geschaffen. Während im Protektorat zunächst tschechoslowakische Marken mit Aufdrucken versehen wurden, bevor eigene Ausgaben erschienen, nutzte das Generalgouvernement im heutigen Polen ebenfalls überdruckte Bestände, bevor eine eigenständige, hochprofessionell gestaltete Briefmarkenserie aufgelegt wurde. Diese frühen Ausgaben zeigen noch den Versuch, eine dauerhafte, scheinbar geordnete Verwaltungsausstrahlung zu etablieren.

Mit dem Beginn des Westfeldzugs im Frühjahr 1940 verschob sich das Geschehen nach Nord- und Westeuropa. In den besetzten Gebieten im Elsass, in Lothringen und in Luxemburg wurden deutsche Reichspostmarken mit Aufdrucken des jeweiligen Gebietsnamens versehen, um die geplante Eingliederung in das Deutsche Reich auch postalisch zu demonstrieren. In den besetzten Kanalinseln Guernsey und Jersey wiederum kam es aufgrund der vollständigen Abschneidung vom britischen Mutterland zu hochinteressanten lokalen Notausgaben, die unter schwierigsten Bedingungen auf Zeitungspapier gedruckt wurden. Diese Episoden verdeutlichen, wie eng Postgeschichte mit dem konkreten Kriegsverlauf verknüpft war.

Der Angriff auf die Sowjetunion im Jahr 1941 eröffnete schließlich das geografisch größte Kapitel dieser Epoche. In den riesigen Gebieten des Reichskommissariats Ostland (umfassend das Baltikum und Teile Weißrusslands) sowie des Reichskommissariats Ukraine wurden die Dauerserien des Deutschen Reiches mit den Aufdrucken Ostland beziehungsweise Ukraine versehen. Gegen Ende des Krieges, als sich die militärische Lage wendete, entstanden in den verbliebenen Brückenköpfen, wie etwa im Kurland-Kessel im Frühjahr 1945, extrem seltene Behelfsausgaben der dort abgeschnittenen Einheiten. Diese späten Ausgaben markieren das dramatische Ende einer Epoche, in der die Postversorgung oft nur noch tageweise aufrechterhalten werden konnte.

Das Generalgouvernement und das Protektorat Böhmen und Mähren

Im Protektorat Böhmen und Mähren wurde eine verhältnismäßig stabile Poststruktur aufrechterhalten, die reichhaltige Ausgaben hervorbrachte. Die Motive reichten von idyllischen Landschaften über historische Bauwerke bis hin zu Porträts von Kulturschaffenden. Im Generalgouvernement hingegen spiegelte die Markenemission deutlich die propagandistischen Absichten der Besatzer wider, indem deutsche Kulturleistungen im Osten thematisiert und historische Bauten in Krakau oder Warschau aufwendig in Szene gesetzt wurden. Beide Gebiete sind heute aufgrund ihrer Vollständigkeit und der gut dokumentierten Ausgabegeschichte bei Sammlern außerordentlich beliebt.

Die Besetzung im Osten und die Reichskommissariate

Die Ausgaben für das Ostland und die Ukraine basierten im Wesentlichen auf den Hindenburg- und Hitler-Dauerserien des Deutschen Reiches, die mit fetten Buchdruckaufdrucken versehen wurden. Aufgrund der enormen Entfernungen und der teils chaotischen Verhältnisse im Hinterland der Front sind echt gelaufene Briefe mit diesen Marken im ordnungsgemäßen Postverkehr heute gesuchte Seltenheiten. Oft wurden Poststücke von Partisanen abgefangen oder gingen im Zuge von Rückzugsbewegungen verloren, was die überlebenden Belege zu kostbaren Raritäten macht.

Sonderbeispiele: Albanien, Montenegro und die italienischen Gebiete

Nach dem Abfall Italiens von der Achsenmacht im Herbst 1943 besetzte die deutsche Wehrmacht auch ehemals italienisch kontrollierte Gebiete auf dem Balkan und in der Ägäis. Hier entstanden faszinierende Lokalausgaben, wie etwa in Kotor, Zara oder auf den ägäischen Inseln wie Rhodos. Diese Ausgaben zeichnen sich oft durch extrem niedrige Auflagen und provisorische Aufdrucke auf italienischen Freimarken aus. Für den ambitionierten Philatelisten stellt dieses Teilgebiet aufgrund seiner Seltenheit und der komplizierten Echtheitsprüfung eine der anspruchsvollsten Aufgaben überhaupt dar.

Motive der Marken und Serien beschreiben

Die Motivwelt der deutschen Besetzungsausgaben von 1939 bis 1945 ist ein tiefes Spiegelbild der damaligen Ideologie, der Kriegspropaganda, aber auch des pragmatischen Verwaltungsalltags. In den geordneten Postgebieten wie Böhmen und Mähren oder dem Generalgouvernement dominieren Landschaften, historische Gebäude und kunsthistorische Motive. Diese sollten der einheimischen Bevölkerung und der Weltöffentlichkeit eine vermeintliche Normalität und kulturelle Aufbauarbeit signalisieren. Beispiele hierfür sind die wunderschönen Ansichten von Prag, die Burg Karlstein oder die Darstellungen historischer Handwerksberufe auf den Ausgaben des Generalgouvernements.

Ein wiederkehrendes und dominierendes Motiv auf vielen Ausgaben ist das Porträt von Adolf Hitler, das ab 1941 schrittweise die ältere Hindenburg-Dauerserie ablöste. Diese Marken wurden im Deutschen Reich gedruckt und für den Einsatz in den besetzten Gebieten mit entsprechenden Aufdrucken wie Ostland, Ukraine oder dem Namen des jeweiligen Generalgouvernements versehen. Die schlichte Darstellung sollte die Allgegenwart der Besatzungsmacht demonstrieren. Für Sammler ist diese Serie ein Paradebeispiel für die Erforschung von unterschiedlichen Plattenfehlern und Aufdruckvarianten, da die Klischees im Dauereinsatz stark beansprucht wurden.

Neben den staatstragenden Motiven gab es auch zahlreiche Wohltätigkeits- und Sondermarken, deren Erlöse für das Winterhilfswerk, das Rote Kreuz oder zur Unterstützung von Kulturprojekten verwendet wurden. Diese Marken weisen oft eine sehr hohe künstlerische Qualität im Stichtiefdruck auf. Auf der anderen Seite stehen die extrem schlichten Notausgaben der Kanalinseln, die lediglich das Wappen von Guernsey oder stilisierte geometrische Muster zeigen, da weder geeignete Druckplatten noch Künstler zur Verfügung standen. Diese optische Bandbreite von hochästhetischen Kunstwerken bis zu primitiven Notdrucken macht den besonderen Reiz des Sammelgebiets aus.

Propaganda und Repräsentation auf Postwertzeichen

Besonders im Generalgouvernement wurde die Briefmarke als Propagandamedium par excellence genutzt. Die Serien zum Geburtstag von Adolf Hitler oder Darstellungen von vermeintlich altdeutschen Städten im Osten dienten der ideologischen Untermauerung des Herrschaftsanspruches. Auch Jubiläen von historischen Persönlichkeiten wurden philatelistisch ausgeschlachtet, um eine historische Kontinuität zu konstruieren, die in der Realität nicht existierte.

Provisorien und die Zweckmäßigkeit des Aufdrucks

Im krassen Gegensatz zur staatlichen Repräsentation stehen die reinen Zweckaufdrucke. Wenn eine Postverwaltung im Zuge von Kampfhandlungen eingenommen wurde, blieb keine Zeit für den Entwurf neuer Marken. Hier regierte der Rotstift oder der schnelle Gummi- beziehungsweise Buchdruckstempel. Oft wurden einfach die Landesnamen der besiegten Staaten durchgestrichen oder mit Balken überdruckt, was zu hochinteressanten optischen Kombinationen führte, bei denen die alten Symbole noch unter dem neuen Aufdruck durchschimmern.

Wenn es interessante Fun Facts zur jeweiligen Kategorie gibt diese in einem Abschnitt erwähnen

Hinter den nüchternen Katalognummern dieses Sammelgebiets verbergen sich skurrile Geschichten und unerwartete Anekdoten, die das Herz jedes Philatelisten höherspringen lassen. Wussten Sie beispielsweise, dass auf den Kanalinseln Guernsey und Jersey während der Besatzungszeit ein akuter Mangel an Papier herrschte? Um überhaupt noch Briefmarken drucken zu können, griff man in Guernsey auf das Papier der Lokalzeitung backenweise zurück. Sammler können heute Marken finden, auf deren Rückseite noch Fragmente von alten Werbeanzeigen oder Nachrichtentexten durch den dünnen Gummi schimmern, was jedes Stück zu einem absoluten Unikat macht.

Ein weiteres Kuriosum betrifft die sogenannten Alexanderstadt-Ausgaben aus der besetzten Ukraine. Hier griff der lokale deutsche Gebietskommissar zur Selbsthilfe, als ihm die regulären Marken ausgingen. Er ließ kurzerhand vorhandene sowjetische Postkarten und Briefmarken mit einem simplen Handstempel überprägen. Diese lokalen Notausgaben, die oft ohne offizielle Genehmigung der Berliner Postbehörden entstanden, wurden im lokalen Verkehr klaglos transportiert und gehören heute zu den gesuchtesten und gleichzeitig am schwersten zu prüfenden Besonderheiten der gesamten Kriegsphilatelie.

Faszinierend ist auch die Geschichte der Feldpostmarke für den Kurland-Kessel aus dem Frühjahr 1945. Um den Soldaten der abgeschnittenen Heeresgruppe Nord die Kommunikation mit der Heimat zu ermöglichen, wurde eine Behelfsausgabe gedruckt. Da keine Zähnungsmaschinen vorhanden waren, wurden die Markenbögen mit einer einfachen Nähmaschine durchlöchert oder mit dem Büromesser geschnitten. Diese extremen Bedingungen führten zu einer Fülle an kuriosen Zähnungs- und Trennungsvarianten, die heute im Fokus hochspezialisierter Sammlungen stehen.

Wertvolle Tipps für den systematischen Aufbau Ihrer Sammlung

Beim Aufbau einer Sammlung im Bereich der deutschen Besetzungsausgaben 1939-1945 sollten Sie strukturiert und qualitätsbewusst vorgehen. Da es sich um eine historisch extrem sensible Epoche handelt, in der viele Behelfsaufdrucke und Provisorien entstanden, ist das Thema Fälschungen hier leider allgegenwärtig. Bereits kurz nach Kriegsende wurden viele der seltenen Aufdrucke gefälscht, um den florierenden Sammlermarkt zu bedienen. Daher lautet die goldene Regel für jeden Sammler in diesem Segment: Kaufen Sie höherwertige Stücke, insbesondere seltene Aufdruckmarken, ausschließlich mit einer aktuellen Prüfung eines anerkannten Verbandes wie dem Bund Philatelistischer Prüfer (BPP).

Ein systematischer Einstieg gelingt am besten über die großen, abgeschlossenen Gebiete wie das Protektorat Böhmen und Mähren oder das Generalgouvernement. Diese Gebiete sind katalogmäßig hervorragend erschlossen und bieten auch im erschwinglichen Preissegment eine Fülle an interessanten Ausgaben, mit denen man ein solides Fundament legen kann. Wer die Herausforderung sucht, kann sich später auf die anspruchsvollen Lokalausgaben des Balkans, die Inseln im Ägäischen Meer oder die faszinierenden Feldpostmarken der verschiedenen Kesselschlachten spezialisieren.

Achten Sie beim Erwerb von gestempelten Marken besonders auf die Qualität des Stempels. Gefälligkeitsstempel, die auf Wunsch von Sammlern direkt am Postschalter ohne tatsächlichen Transport angebracht wurden, sind in diesem Gebiet sehr häufig. Echte Bedarfstempel auf Briefen, die den tatsächlichen, zeitgerechten Einsatz während der Besetzungszeit dokumentieren, sind oft ungleich wertvoller und historisch aussagekräftiger. Legen Sie sich ein gutes Archiv an Fachliteratur zu, denn das Wissen um historische Daten, Posttarife und Stempelformen ist in diesem Sammelgebiet der beste Schutz vor Enttäuschungen und der Schlüssel zu wahren Entdeckungen.

Ein Blick in die Zukunft Ihrer philatelistischen Leidenschaft

Das Sammeln von Briefmarken der deutschen Besetzungsausgaben von 1939 bis 1945 bietet eine unvergleichliche Verbindung aus historischer Dokumentation, detektivischer Detailarbeit und klassischer Sammelfreude. Es ist ein Gebiet, das niemals langweilig wird, da immer wieder neue postgeschichtliche Zusammenhänge erforscht und unentdeckte Varianten aufgespürt werden. Mit jedem Beleg, den Sie Ihrer Sammlung hinzufügen, bewahren Sie ein Stück greifbare Geschichte für die Nachwelt auf.

Egal, ob Sie sich für die akkuraten Ausgaben der Zivilverwaltungen im Westen oder für die dramatischen Notausgaben im Osten interessieren, dieses Sammelgebiet wird Sie mit seiner Tiefe und Historie fesseln. Wir laden Sie herzlich ein, durch unser sorgfältig zusammengestelltes Angebot zu stöbern und die Stücke zu finden, die Ihre Sammlung bereichern und Ihnen noch viele Stunden Freude bei der philatelistischen Forschung bereiten werden.

Versandkostenfreie Lieferung ab 150,- € Bestellwert

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